Das Menschliche Gehirn und Licht

Can I really influence my body through light?


Und was, wenn es mir egal ist?


Lies mehr darüber hier:
(Die Lesedauer beträgt etwa ~13 min)

Nun, Liebes, ob du es glauben willst oder nicht: Licht ist eines der Dinge, die dich (neben Wasser und Nahrung) zu einem funktionierenden Organismus machen. Wir können Licht also eigentlich als „Nahrung“ bezeichnen.

Natürlich isst du es nicht mit deinem Mund, aber für deinen Körper ist es wichtig, um gesund zu bleiben!

Das wusstest du nicht? Keine Sorge, bald wirst du es verstehen.

Erinnerst du dich was uns in der Schule gelehrt wurde, dass Pflanzen Sauerstoff, Wasser und Licht brauchen, um zu gedeihen, zu wachsen und zu blühen?

Nun, du brauchst auch Luft und du brauchst auch Wasser, und ja, du hast es richtig erraten: Du brauchst auch Licht.

Es gibt natürlich einen Unterschied zwischen dem Lichtbedarf des Menschen und dem der Pflanzen. Wir könnten vielleicht sagen: Pflanzen „essen“ Licht, und Menschen „lesen“ Licht.

Human brain and plants and light

Auf die eine oder andere Weise brauchen wir beide Licht, um zu funktionieren.

Glaub einfach nicht, dass du dich so sehr von den anderen Bewohnern dieses Planeten unterscheidest.

Tatsächlich bist du näher mit diesem Planeten verbunden, als es dir vielleicht lieb ist, und je mehr du dich darauf einlässt, desto besser funktionierst du, und je besser du funktionierst, desto besser funktioniert dein Körper, und je besser dein Körper funktioniert … desto besser fühlst du dich.

Also gut, lass uns noch ein bisschen tiefer gehen!

Licht → Augen → Gehirn

Erinnerst du dich, dass wir darüber 'gesprochen' hatten? Dass es diese innere Uhr im Gehirn gibt und die Zellen in den Augen, die das Licht wahrnehmen und es an das Gehirn weiterleiten? (Falls nicht, kannst du das in „Warum müssen wir schlafen?“ nachlesen.)

Tja.

Weißt du was? Das ist nicht alles! Ich habe gar nichts über die folgenden Schritte gesagt! Aber es gibt sie! Und sie gehen folgendermaßen:

→ Hormone + Nerven → Organ Uhren → Zellen

Das Gesamtbild sieht also eigentlich so aus:

Diagram Light human brain

Da wir bereits über Licht, die Augenzellen und die innere Uhr im Gehirn Bescheid wissen, sind als Nächstes unsere Hormone dran!

"Welche Hormone und warum sollte es mich kümmern?"

Mal sehen:

Hormone reisen durch dein Blut und sagen deinem Körper, wie er sich fühlen soll. Sie regulieren deine Energie, deine Stimmung und die deine körperlichen Veränderungen.

„Also kommt Licht durch meine Augen, trifft dann auf die Schaltzentrale in meinem Gehirn und reguliert meine Hormone?“, fragst du.

Ja, zwei wichtige Hormone. Du hast wahrscheinlich schon von ihnen gehört (aber weißt du genug?)

Melatonin (Dein Schlafhormon) UND
Cortisol (Dein Wach + Stresshormon).

Je nach Tageszeit hat Lichteinwirkung unterschiedliche Auswirkungen auf den Körper. Denn die Zellen in deinen Augen können nicht nur Licht oder Dunkelheit wahrnehmen, sondern auch die Frequenz des Lichts in der Atmosphäre.
Tageslicht hat einen hohe Anteil an kurzen Wellenlängen, also reichlich blaues Licht.

hohe Wellenlängen von Licht


Deine Augenzellen reagieren dann so:

blaues Wellenlängenlicht

Dein Gehirn vertraut diesen Informationen und leitet sie an deinen gesamten Körper weiter: Los geht’s! Wach auf. Der Tag ist da, alle an die Arbeit!

  • erhöht die Wachheit
  • Körpertemperatur erhöhen
  • erhöhe Cortisol
  • Synchronisieren der inneren Uhr für den Tag
  • Melatoninproduktion stoppen

Je heller das Licht ist, das du siehst, desto stärker sind auch diese Signale. Wenn du also aufwachst und sofort helles Licht siehst, fühlst du dich wach, aufmerksam und bereit für den Tag. Weil dein Wachhormon Cortisol steigt während gleichzeitig die Produktion von Melatonin (dem Hormon, das dir abends beim Einschlafen hilft) unterdrückt wird.

Durch den Anstieg des Cortisolspiegels und helles Licht wird in deinem Körper eine innere Uhr in Gang gesetzt, diese weiß jetzt, dass in 12 bis 14 Stunden wieder Melatonin ausgeschüttet werden muss.

Jetzt gibt es aber noch ein paar entscheidende Dinge zu beachten:

Nicht jedes blaue Licht wirkt gleich; es gibt einen enormen Unterschied zwischen künstlichem und natürlichem Licht. Das hellste Licht das wir Menschen in Innenräumen erzeugen könenn liegt bei 100–1.000 Lux. Natürliches Tageslicht hat eine Stärke von 10.000–100.000 Lux. Du siehst also: Kein Licht ist so wirksam wie echtes Licht und wir sind nicht in der Lage, dieses Licht künstlich nachzuahmen. Aber: Wir können ja nach draußen gehen und es auf natürliche Weise auf unseren Körper scheinen lassen.

Es ist von entscheidender Bedeutung, dass du dieses Licht nach dem Aufwachen am Morgen an deine innere Uhr (im Gehirn) signalisierst, denn ohne ausreichendes Licht am Morgen wird deine Melatoninproduktion nicht richtig abgeschaltet und dein Cortisol und Melatonin Rhythmus wird so nicht richtig eingestellt.

Wir wissen basierend auf zahlreicher wissenschaftlicher Erkenntnisse, dass ein gestörter Rhythmus von Cortisol und Melatonin schwerwiegende Auswirkungen auf Herz- Kreislauf Gesundheit, Demenzrisiko, Stoffwechsel, Diabetesrisiko, Fruchtbarkeit, Lernfähigkeit und Depressionen hat.

Es ist wichtig, dieses Licht von außen zu bekommen. Licht, das du durch ein Fenster sieht, wird niemals dieselbe Qualität haben.

Das ist oft der Grund, warum sich Menschen im Winter müder und weniger aktiv fühlen. Das liegt nicht daran, dass sie „faul“ sind, sondern daran, dass sie nicht genug natürliches Licht erhalten. Das „Morgensignal“ fehlt, und deshalb fällt es dem Körper schwer zu erkennen, wie spät es ist und wann er müde oder wach sein sollte.

Wenn du aufwachst und direkt auf deinen Computer, dein Handy oder eine andere künstliche Lichtquelle schaust, werden deine Augenzellen zwar aktiviert, aber nicht auf die beste Art und Weise. Dein System wird nicht auf die beste Weise gestartet.

Wenn wir unseren inneren Rhythmus richtig abstimmen, passieren viele positive Dinge. Was wir also tun wollen, ist, so bald wie möglich nach dem Aufwachen nach draußen zu gehen. Damit sich unser Körper optimal auf den Tag einstellen kann.

„Okay, verstanden! Ich weiß, wie ich meinen Körper richtig wecken und meinen Kreislauf in Gang bringen kann. Aber wie sieht es mit dem Abschalten aus? Was ist mit dem Schlafen? Kann ich Licht auch zum Schlafen nutzen?“

Ja. Kannst du!

Werfen wir dafür einen kurzen Blick zurück auf vor etwa einer Million Jahren (1.000.000 Jahre) und machen wir uns etwas Wichtiges klar. Es war die Zeit, als wir Menschen neben dem Tageslicht das Feuer als Lichtquelle nutzten.

Lange Zeit waren Feuer und Tageslicht die einzigen Lichtquellen, die wir Menschen hatten.
Elektrische Glühbirnen gibt es erst seit etwa 140 Jahren. (Und ich bin mir nicht sicher, ob wir jemals richtig darüber aufgeklärt wurden…)

! HINWEIS: Feuer hat eine Helligkeit von etwa 10 bis 100 lx. Zur Erinnerung: Sonnenlicht hat eine Helligkeit von 10.000 bis 100.000 lx. Lux gibt an, wie hell das Licht für unser Auge wirkt, nicht seine Farbe, nicht seine Temperatur und nicht seine Wellenlänge.

Tageslicht enthält ein breites Spektrum von Licht, so finden wir also eine ganze Reihe von Licht darin:

Ultraviolettes Licht: < 400nm → Vit D Produktion, Sunburn (unsichtbar)
Blaues Licht: ~400–500 nm → beeinflusst die Wachsamkeit
Grünes Licht: ~500–570 nm → wenn Augen am empfindlichsten sind
Rotes Licht: ~620–700 nm → warmes Licht
Infrarot: > 700 nm → Wärme (unsichtbar)

Sonnenlicht → gesamtes Sortiment von 400–700 nm

Feuerlicht → meist 600–700 nm + viel Infrarot (>700 nm)

Feuer wird von längeren roten und Infraroten Wellenlängen dominiert.

Niedrige Wellenlängen von Licht

Dieses Licht mit niedriger Frequenz und langer Wellenlänge signalisiert dem Körper:

  • beginne, herunter zufahren
  • veringere die Wachheit,
  • reduziere Cortisol,
  • Synchronisieren der internen Uhr für den kommenden Schlaf
  • Steigere die Melatoninproduktion
  • und die Melatonin Ausschüttung

Ein wunderschöner Sonnenuntergang, wenn sich der Himmel ganz rot färbt – das ähnelt diesen Wellenlängen des Feuers, und die Zellen in deinen Augen erkennen:

Morgens → Blaulicht nimmt zu → „Aufwachen, Energie – ein neuer Tag!“
Abend → blaues Licht verschwindet → „Entspanne dich, ruhe – schlaf!“

Das rote Licht vom Sonnenuntergang oder vom Sonnenaufgang ist ein Signal, das deinem Körper eine Veränderung signalisiert. Entweder von Schlaf zu Wach, oder von Wach zu Schlaf.

Der tägliche Rhythmus durch die Sonne war immer da, und er war immer gleich. Unser Hormonsystem ist also genau darauf abgestimmt. Unser gesamter Kreislauf ist mit dem Kreislauf den die Sonne vorgibt verbunden.

Jegliche Veränderungen, Störung oder Verschiebung kann dieses Gleichgewicht durcheinander bringen und zu einer Störung des Hormonhaushalts führen.

Interessante Zusatzinformationen:

  1. Selbst wenn wir uns in völliger Dunkelheit befänden, würde dieser Zyklus weiterhin funktionieren. Denn nach dem Anstieg des Cortisolspiegels steigt der Melatoninspiegel (etwa 12 bis 14 Stunden später) auf ganz natürliche Weise an.
  2. Die meisten Nachtmenschen bekommen tagsüber einfach nicht genug Licht! Das bestimmt, wann man müde wird, und bildet die Grundlage für einen gesunden Schlaf! „Vielleicht hat dein Gehirn einfach nicht genug Sonnenlicht abbekommen.“
  3. Blinde Menschen (sofern sie noch Augen haben) verfügen weiterhin über die Nervenzellen, die die innere Uhr steuern. Es geht nicht darum, die Sonne direkt zu sehen und in die Sonne zu blicken! Die Nervenzellen in den Augen, die diesen Mechanismus auslösen, werden durch bestimmte Wellenlängen des Lichts in der Atmosphäre aktiviert. Sie werden auch dann aktiviert, wenn das Licht durch eine Wolkendecke dringt. Es geht also nicht darum die Sonne direkt zu sehen.

Viele Menschen kennen Cortisol nur als Stresshormon, lasst nun aber verstehen


Was genau macht Cortisol?

Neben der so bekannten Stressreaktionhilft Cortisol dir dabei aufzuwachen, deine Körpertemperatur zu regulieren, deinen Flüssigkeitshaushalt, und es hält deinen Blutzucker im gesunden Bereich.

Kurz bevor du aufwachst, steigt dein Cortisolspiegel auf natürliche Weise 50–60 % an, wodurch du dich wach, voller Energie und aufmerksam fühlst. Es führt auch zu einem leichten Anstieg des Blutdrucks und der Körpertemperatur.

Licht (insbesondere helles blaues Licht) verstärkt diesen Anstieg. Wenn du also den Sonnenaufgang beobachtest oder – falls du ihn verpasst hast – nach dem Aufwachen Sonnenlicht siehst, hilfst du deinem Körper, deinen Cortisolrhythmus richtig in Gang zu bringen und alles, was damit zusammenhängt, optimal zu starten.

Menschen, die nach 3-4 Stunden Schlaf dazu neigen aufzuwachen, haben oft Probleme mit diesem Cortisolrhythmus.

Cortisol am Morgen = gut (fühlst du dich wach)
Cortisol am Abend = schlecht (stört deinen Schlaf).

  • Verwirrung durch Licht können den Stoffwechsel verändern(1)

    (1) Stoffwechsel: Die drei Hauptfunktionen des Stoffwechsels sind die Umwandlung von Energie aus der Nahrung, die Aufspaltung der Nahrung in ihre Bausteine und die Ausscheidung von Abfallstoffen. Deshalb kann Schlafmangel zu Erkrankungen führen, wie zum Beispiel: Gewichtszunahme, Depressionen, Müdigkeit, Immunschwäche, Fruchtbarkeitsprobleme und ein erhöhtes Diabetesrisiko.
  • Das Verhalten blaues Licht in der Nacht zu sehen (voralem zwischen 11 bis 4 Uhr) erregt die Habenula. (2)

    (2) Habenula: Eine Gehirnregion,die bekannt ist als "Emotions Kontroll Zentrum und als Brücke zwischen dem limbischen System und dem Mittelhirn. Das Verhalten Licht in der Nacht zu betrachten kann die Enttäuschungszentren im Gehirna aktivieren, den Dopaminspiegel senken und depressive Gedanken am folgenden Tag verstärken
  • Ein Mangel an natürlichem Licht wird mit SAD in Verbindung gebracht. ***(3)

    (3) SAD: Saisonale affektive Störung, ist eine Form von Depression, die zu bestimmten Jahreszeiten auftritt, häufig in den dunkleren Monaten. Die geringere Menge an Tageslicht im Winter (und der Aufenthalt in geschlossenen Räumen) wirkt sich negativ auf den Tagesrhythmus und die Vitamin-D-Aufnahme aus.

Und schau,da ich nicht nur ein Fan von Forschung, sondern eben auch von LÖSUNGEN und Schlussfolgerungen bin und davon, das Leben durch Verständnis besser zu machen. Hier sind meine Vorschläge:

Setze dich, nach dem Aufwachen genug natürlichem Licht aus, um deinen Tag zu beginnen und deinen Rhythmus richtig zu starten. Schau dir den Sonnenuntergang, um deinem Körper zu signalisieren, dass es Abend ist. Dimmen abends dein Licht, damit sich dein Körper entspannen und du gut schlafen kann.

Sei ehrlich: "Es könnte schlimmer sein", oder?

Ich hab dich liebe, bitte tu das auch.

Wanda.


BONUS Fakten:

  1. Die Glukosetoleranz erreicht tagsüber ihren Höhepunkt und ist während der Dunkelphase am niedrigsten.
  2. Der Melatoninspiegel sinkt bei Sonnenaufgang und steigt bei Sonnenuntergang an
  3. Der Cortisolspiegel steigt kurz nach Sonnenaufgang an
  4. Schlaf vertieft sich um 1:00 Uhr
  5. Die Körpertemperatur steigt um 3:00 Uhr
  6. Mit dem sehen eines einzelnen Sonnenaufgangs kannst du deine Uhr um mehrere Stunden vor- oder zurückstellen! (Das kann auf Reisen zwischen verschiedenen Zeitzonen hilfreich sein.)

Quellenangaben:

Dantas, F.M., Oliveira, M.L.P., Luzardo, R., Araujo, J.F. and Silva, A.C. (2025) ‘The role of sunlight in sleep regulation: analysis of morning, evening and late exposure’, BMC Public Health, 25, Artikel 3362. doi:10.1186/s12889-025-24618-8.

Dijk, D.-J. and von Schantz, M. (2005) ‘Timing and consolidation of human sleep, wakefulness, and performance by a symphony of oscillators’, Journal of Biological Rhythmen, 20(4), S. 279–290. doi:10.1177/0748730405278292.

Dunster, G.P., Hua, I., Grahe, A., Fleischer, J.G., Panda, S., Wright, K.P. Jr., Vetter, C., Doherty, J.H. and de la Iglesia, H.O. (2022) ‘Daytime light exposure is a strong predictor of seasonal variation in sleep and circadian timing of university students’, Journal of Pineal Research, 74(1), S. e12843. doi:10.1111/jpi.12843.

Franzago, M., Alessandrelli, E., Notarangelo, S., Stuppia, L. and Vitacolonna, E. (2023) ‘Chrono-nutrition: circadian rhythm and personalized nutrition’, International Journal of Molecular Sciences, 24(3), Artikel 2571. doi:10.3390/ijms24032571.

LeGates, T.A., Fernandez, D.C. and Hattar, S. (2014) ‘Light as a central modulator of circadian rhythms, sleep and affect’, Aktuelle Biologie, 24(10), S. R461–R473. doi:10.1016/j.cub.2013.06.039.

Rao, F. and Xue, T. (2024) ‘Circadian-independent light regulation of mammalian metabolism’, Naturmetabolismus, 6, S. 1000–1007. doi:10.1038/s42255-024-01051-6.

Huberman Lab (no date) Dr. Glen Jeffery: Using red light to improve metabolism. Verfügbar unter: https://podcastnotes.org (Zugang: 7. April 2026).

Max-Planck-Institut (kein Datum) Translational sensory and circadian neuroscience. Verfügbar unter: http://www.kyb.tuebingen.mpg.de (Zugang: 7. April 2026).

MDPI (kein Datum) Hormonal regulation and circadian processes. Verfügbar unter: http://www.mdpi.com (Zugang: 7. April 2026).

NCBI (2023) Circadian rhythm and the 24-hour clockVerfügbar unter: http://pmc.ncbi.nlm.nih.gov (Beitritt: 7. April 2026).

Osmio Water (no date) Sunlight and health. Verfügbar unter: http://www.osmiowater.co.uk (Zugang: 7. April 2026).


Eine Frage?

deDeutschDeutsch